| "Holzschnitte"
Die Intention der Ausstellung ist es, vier verschiedene
Ausformungen dieser alten und traditionsreichen Technik zu
zeigen. Zahlreiche Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart
belegen, dass die Palette der Möglichkeiten umfassend
ist: vom mittelalterlichen Votivbild und den Holzstichen
eines Dürers über die japanischen Holzschnitte
bis hin zu den groben Holzschnitten der deutschen Expressionisten
und fotorealistischen Holzschnittarbeiten eines Gertsch,
um nur einige zu nennen.
Der große Naturliebhaber Hernando Osorio zeigt
mit seinen Farbholzschnitten Tierdarstellungen aus seiner
Heimat Südamerika. Ein vom Aussterben bedrohtes, aus
den Anden stammendes "Vicuña" wird in 3-Farbdrucktechnik
auf Papier gebannt.
Mit dem Motiv der Technik will Alfredo Garcia Andrés unsere
schnelle Zeit bremsen. Das mit dem Holzschnitt verbundene,
zeitintensive Arbeiten bietet ihm die Möglichkeit seine
Träume, Gefühle und Gedanken auszudrücken.
Der Bildhauer Giovanni Rindler schätzt
am Holzschnitt das Reduzieren-müssen der Formensprache.
Da gibt es auf der einen Seite weiche fließende Linien,
die Frauenkörper beschreiben und in seinen Landschaftsthemen
wiederum ein Linienspiel, das bereit ist sich in Abstraktion
aufzulösen.
Brigitte Triebsgroße Liebe zur Farbe kann auch nicht
durch die zeitaufwendigen Arbeitsvorgänge des Farbholzschnittes genommen
werden. Die in der Tanztradition des indischen Kathakali den Männern vorbehaltenen
Ausdrucksformen und emotionalen Zustände werden in ihrer Holzschnittwelt
von Frauen erobert. Linien und Farbflächen verweben sich zum Bild.
Anlässlich der Ausstellung sind sieben gemeinsame Mappen
entstanden.
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