|
"Schlussakkord", Hubert Fischlhammers Bilder in vorherrschend dunkler Farbgebung haben eine tiefe emotionale Konzeption. Sie erzählen von subjektiven Beklemmungen und Angst gegenüber der Leere und Nichtigkeit. In dem Wunsch, dem Augenblick eine bleibende Dauer zu geben, sammelt Hubert Fischlhammer in der Natur Blätter, Zweige und auch ungewöhnliche Stoffe und klebt sie auf Flächen aus Papier oder Karton. Dann kommen weitere Elemente dazu: Mit Acryl und Gouachefarben malt er schattenhafte Abbilder von Erlebtem und von seiner konkreten Umgebung; Rechtecke, Quadrate öffnen sich wie Fenster und Türen und geben Durchblicke in einen imaginären Raum frei.
Das einzig Wärmende in den neuen Bilderzyklen sind Umdrucke von kleinen Aktfotos aus Zeitungen – ein gewolltes spöttisches Spiel mit Männerträumen – womit sich Fischlhammer ja auf "das Gleis des Fotografen Helmut Newton" begeben hat! Diese Figuren ohne Individualität sind in einem formalen Zusammenhang zu sehen, sie fügen sich in die Flächen ein oder werden von weiteren Bildebenen überlagert. So versöhnt der Maler in poetischer Bildsprache das was ist und was sein könnte – ein Prozess, der durch ein lineares Ordnungsgefüge unterstützt wird.
__________________________________________________________________________________________________
Hubert Fischlhammer wurde 1925 in Ried im Innkreis geboren.
Als Schüler von Prof. Werner Gisevius, Paris und Prof. Slavi
Soucek in Salzburg machte er sich zunächst als Graphiker einen
Namen. Seine frühen Zeichnungen, Linoldrucke und Monotypien
aus den sechziger und siebziger Jahren waren in 14 Staaten
Europas und in Nordamerika zu sehen.
Nach einer geglückten Augenoperation, die ihn vor dem Erblinden
bewahrte, wandte sich Fischlhammer der Malerei zu und begann
mit der Serie "Metaphern des Daseins", die für sein gesamtes
Werk stehen, vom Spiegel der Vergangenheit über die Sprache
der Gegenwart zum Weg in die Zukunft. Dieser Weg führte ihn
nach Afrika, wo er für sich die fundamentale Archaik afrikanischer
Stammeskunst entdeckte und so in sich aufnahm, dass Einheimische
und Afrikaexperten beim Betrachten seiner Werke der gleichen
Faszination verfallen wie beim Betrachten afrikanischer Masken
oder Gewänder.
Der Künstler zeigt einen beeindruckenden Einblick in seine
kreative Wahrnehmungsfähigkeit, die es ihm erlaubt, auch Zeichen
und Symbole fremder Kulturen in sein Malvokabular reibungslos
einzufügen.
|